+++ Lesenacht : Stefan Schwarz, Ahne, Kirsten Fuchs, Jochen Schmidt und andere MAGAZIN-Autoren live in Leipzig erleben. Freitag, 19. März, ab 20.30 Uhr in der Schaubühne Lindenfels, Karten: 0341/ 484620 oder www.schaubuehne.com +++
+++ DAS MAGAZIN auf der Leipziger Buchmesse. 18.-21. März, Halle 5, Stand D 306 +++
CHRONIK
Magazin-Historie Die älteste Zeitschrift Deutschlands
Die einen nennen das
Blatt »New Yorker des Ostens«, die anderen monatliche
Wundertüte: Das Magazin, gegründet 1924, erfindet sich
immer wieder neu und hat mit seiner ungewöhnlichen Mischung
aus Journalismus und Literatur seit Jahrzehnten Erfolg
1924
Robert Siodmak, später Filmregisseur, gründet mit dem Journalisten
F.W.
Koebner die Monatszeitschrift DAS MAGAZIN. Das Blatt erscheint erstmals mit
der Oktoberausgabe. Das hanliche Pocket-Format orientiert sich an amerikanischen
Vorbildern und bringt den Begriff »magazine« erstmals nach Deutschland.
Der abwechslungsreiche Themenmix widmet sich Film, Tanz, Literatur, Mode,
Fotografie. DAS MAGAZIN ist mit einer Auflage von über 200 000 Exemplaren die
mit Abstand erfolgreichste Monats-Illustrierte dieser Jahre. Ständiger Gast auf den
Titelblättern:
ein kleiner Engel; er wird zum ersten Emblem der Zeitschrift.
1929
Marlene Dietrich, damals noch unbekannte Schauspielerin, arbeitete mehrmals
als Fotomodell für DAS MAGAZIN. Prominente Mitarbeiter dieser Zeit sind die beiden
Foto-Expressionisten Man Ray und Heinz Hajek-Halke. Zur 100.
Ausgabe (März 1932) gratulieren u.a.: Henny Porten, Hans Albers, Heinrich Mann,
Max Pechstein, Fritz Lang, Roda Roda, Lilian Harvey, Claire Waldoff.
1941
»Aus kriegsbedingten Gründen« wird DAS MAGAZIN im Juli eingestellt, bis dahin
hatte sich die Zeitschrift nach dem Motto »viel Unterhaltung, wenig Politik« durch
die Nazizeit laviert. Mitbegründer F.W. Koebner wurde Ende 1933 wegen seiner jüdischen
Abstammung entlassen.
1949
F.W. Koebner versucht in Stuttgart eine Neuauflage des MAGAZINs. Im Juli bringt
er die erste Nummer heraus, nach 13 Ausgaben gibt er auf und widmet sich seiner
anderen Zeitschrift, dem Modejournal »Elegante Welt«.
1954
Ab Januar erscheint DAS MAGAZIN in der DDR. Nach dem 17. Juni und der Kritik
an der Medienpolitik der SED wurde als Zugeständnis u.a. eine intelligente
Unterhaltungszeitschrift genehmigt. Bertolt Brecht soll den Titel ins Gespräch
gebracht haben. Die Rückgriffe auf das historische Vorbild der 20er Jahre sind
erkennbar, die Zeitschrift erscheint wieder im typischen A5-Format, bewegt sich
auf unterhaltsame Weise zwischen Kultur- und Beziehungsthemen und setzt erfolgreich
auf Illustrationen.
1955
wird Werner Klemke ständiger Titelblattzeichner. Bis 1991 gestaltet er 423 Cover;
auf allen taucht ein kleiner Kater – mal mehr, mal weniger versteckt – auf. Das Tier
wird, ähnlich wie in den 20er Jahren der Engel, zum Maskottchen des Blattes.
1959
übernimmt Hilde Eisler die Chefredaktion. Bis zu ihrem Abschied 1979 prägt sie das
Blatt als vergnügliches journalistisch-literarisches Journal. Die Auflage steigt zu
DDR-Zeiten auf über 500 000 Exemplare. Ein Aktbild, seit den 20er Jahren feste<
Rubrik im Blatt, trägt zur großen Popularität bei.
1989
Nach der Wende verliert DAS MAGAZIN schnell an Auflage, die Konkurrenz auf
dem gesamtdeutschen Zeitschriftenmarkt ist groß. 1991 übernimmt Gruner & Jahr
das Blatt und gibt es alsbald weiter. Nach einer längeren Probierphase beginnt DAS
MAGAZIN Ende der 90er Jahre seine literarischen Traditionen wieder verstärkt zu
pflegen.
Seit 2001 erscheint es im Eigenverlag und profiliert sich wie zu seinen besten Zeiten als
ungewöhnliche Kulturzeitschrift. DAS MAGAZIN wird inzwischen von einer neuen
Autoren- und Lesergeneration entdeckt und geliebt, Auflage: 60 000 Exemplare.